Neue Wege zwischen Bild und Text, Künstler und Pseudonym
Vielleicht ist es gerade Mike Wassermann, der Michael Gollers neues Buch "Konkretes Vergessen" zu etwas Außergewöhnlichem macht. Der Einblick in das Innenleben des Künstlers, der 40 Gedichte seines "anderen Ichs" Mike Wassermann neben 40 seiner Zeichungen stellt, ist wohl nicht nur unter psychologischen Gesichtspunkten interessant. Denn Michael Gollers Werke sind von ornamentaler, expressiver Kraft. Doch vielleicht ist der Unterschied zwischen Text und Bild gar nicht so groß wie vermutet. Bevölkert der Chemnitzer seine Gemälde doch nicht nur mit menschlichen Gestalten, sondern greift auch auf Schriftzeichen zurück, die jedoch erst als solche erkannt werden müssen. Dieses Buch versteht sich als Begegnung, als Dialog. Kein Neuland für den 35-Jährigen. Als Mitbegründer der Künstlergruppe "Querschlag" bleibt ein Auseinandersetzen mit den anderen Mitgliedern Dirk Hanus, Michael Knauth und Peter Piek natürlich nicht aus. Dabei ist Michael Golller jedoch der Rastloseste von ihnen.
Zwischen Texten und Malen hin- und hergerissen, hilft ihm Mike Wassermann vielleicht dabei, ein weiteres System in seine schöpferischen Welten einzubringen. An den Orten des "Konkreten Vergessens" kann jeder teilhaben am Dialog zwischen Text und Bild, aber auch des Künstlers mit sich selbst.