Der Chemnitzer Andreas Lang gewann beim 22. EU-Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler in Lissabon - dank Vorbildern aus der Natur.
Es klingt wie im Krimi: Mit Hilfe einer Software lassen sich Gesichter auf Videos finden, auch wenn sie sich bewegen. Was vielleicht für die Ermittler diverser Serien hilfreich sein könnte, findet seine Anwendung zur Zeit bei der Arbeit lokaler Fernsehsender. Entwickelt wurde das intelligente Programm von Andreas Lang. Der 20-jährige Chemnitzer gewann damit nicht nur den 1. Preis beim 45. Bundeswettbewerbs von "Jugend forscht" im Fachgebiet Mathematik/Informatik. Er durfte im September auch am 22. EU-Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler in Lissabon teilnehmen und erhielt dort den Sonderpreis für das beste biometrische Projekt. Über den Gewinn - einen einwöchigen Forschungsaufenthalt in Lissabon - freut sich der Chemnitzer sehr. Obwohl er eine Urlaubsreise vielleicht auch nicht abgelehnt hätte. Denn nach seinem bestandenen Abitur am Johannes-Kepler-Gymnasium in Chemnitz sitzt er nun bereits in Genf und studiert - natürlich - Informatik. "Ich wollte ins Ausland, um Neues zu entde-cken und eine andere Sprache zu lernen." Mit Sprachen scheint der 22-Jährige wohl keine Schwierigkeiten zu haben, musste er in Lissabon sein Forschungsprojekt doch auf Englisch vorstellen. Und das hat es schon im Deutschen in sich: Gesichtsdetektion mittels Schwarmintelligenz. Vorbilder für sein Thema fand Andreas Lang in der Natur. Vogel- oder Fischschwärme können in Sekundenschnelle die Richtung ändern ohne zusammenzustoßen - dank der sogenannten Schwarmintelligenz. Die nutzte der Chemnitzer und definierte bestimmte Regionen im Gesicht als virtuellen Schwarm, der dann verfolgt werden kann. Doch wie kommt ein Schüler überhaupt auf solch ein Forschungsthema, das zudem noch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde? "In der 10. Klasse absolvierte ich ein Praktikum an der Professur Medieninformatik der TU Chemnitz.
Daraus entwickelte sich dann die Zusammenarbeit. Genutzt werden unsere Erkenntnisse nun vom Chemnitzer Projekt sachsMedia", erklärt der Student. Auf weitere Forschungsergebnisse von ihm werden wir jedoch wohl noch ein wenig warten müssen: "Jetzt konzentriere ich mich erst einmal auf mein Studium", erklärt Andreas Lang. Aber da er eine Rückkehr in seine Heimatstadt nicht ausschließt, können wir auch noch auf große Entde-ckungen "made in Chemnitz" hoffen.